Der Startup Monitor 2018 im Überblick

Mit dem Ziel das deutsche Startup-Ökosystem widerzuspiegeln und Verbesserungspotenziale aufzudecken veröffentlicht, der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (kurz: BVDS) in zusammenarbeit mit KPMG, einer der BIG 4 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, seit mehr als sechs Jahren den Deutschen Startup Monitor (DSM). Die Stichprobengröße umfasst Deutschland übergreifend 1.550 wachsende Startups, welche innerhalb der letzten zehn Jahre gegründet wurden. Thematisch deckt der 126-Seitige DSM von der Motivation für eine Gründung, über die Finanzierungsoptionen, bis zur Politik viele Themen ab.

2018 mit der niedrigsten Gründungsquote der letzten 20 Jahre!

Anzahl der Gründungen weiterhin Rückläufig

Die Gründer-Hotspots in Deutschland sind weiterhin die drei größten Metropolen der Republik (Berlin, Hamburg und München), dazu kommen die beiden Großräume Rhein-Ruhr und Stuttgart/Karlsruhe (Artikel über Gründerstandorte). Der Anteil an Gründerinnen ist auf 15,1% gestiegen und erreicht damit einen neuen Höchstwert. 2017 lag dieser Anteil bei 14,7% und im DSM 2014 sogar nur bei 10.7%. Der klassische Weg zur Gründung führt meist über ein Hochschulstudium in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und der Informatik, mit der TU München als Spitzenreiter. Übrigens besitzen 81,4% der Gründer Minimum zwei Jahren Berufserfahrung , ein Fünftel davon sogar 15 oder mehr Jahre.  

Konträr zum bestreben der Politik und Gesellschaft, dass Digitalisierung und Unternehmertum eine stärkere Rolle einnehmen sollen, ist die Zahl der Gründungen seit 2014 rückläufig. Diese Zahl mag beunruhigender erscheinen, als er in der Realität ist. Die positiv anhaltende konjunkturelle Entwicklung führt dazu, dass sogenannte „Notgründungen“ deutlich seltener werden und die Menschen eher einem geregelten Arbeitgeber-Arbeitnehmer Verhältnis nachgehen.

Finanzlage - Deutschland folgt Globalen Trends

Die Finanzierungsoptionen für Startups sind im Vergleich zu den Vorjahren ähnlich geblieben. Etwa 80% der Gründer haben eigene Ersparnisse in Ihr Unternehmen gesteckt. Etwa ein Drittel hat sich bei den drei F’s (Family, Friends and Fools) bedient, ebenso viele haben Staatliche Förderungen in Anspruch genommen. Ansonsten sind Business Angels (21,1%) und Venture Capitalists (VC) (15,3%) die beliebtesten externen Geldgeber für Startups. Jedoch sinkt der Anteil an VC-finanzierten Startups konstant, zum Vergleich im DSM 2015 lag der Wert bei 20%, nun dieser Wert um 4,7% Punkte gefallen auf 15,3%. Damit folgt auch Deutschland dem globalen Trend der sinkenden Early-Stage Finanzierungen ( Link hier ). 

Drei Anmerkungen zu diesem Thema:

  1.  46,9% der Startups planen kein weiteres Kapital von privaten, öffentlichen oder strategischen Investoren einzunehmen (2014: 28,5%).
  2. Berlin ist mit 26,8% VC-finanzierten Startups an erster Stelle der Gründeregionen, während beim Schlusslicht Stuttgart/Karlsruhe nur 8,4% der Startups Venture Capital erhalten haben. 
  3. Im DSM 2018 feiert der Initial Coin Offering (ICO) seine Premiere als externe Geldquelle. 0.2% der befragten Unternehmen haben sich für diesen Weg entschieden. 

Politik - Große Koalition nur bei 26%

Spannend ist der Blick auf die Politik, besonders im Bezug auf die Bundestagswahl 2017 und den wichtigen Landtagswahlen in Hessen und Bayern 2018. Die Teilnehmer, des DSM18, wurden hinsichtlich Ihrer Zufriedenheit mit der Bundes/Landesregierung zur Förderung des Gründerstandortes Deutschland befragt. Im deutschen Schulsystem Schnitt die Bundesregierung (Note: 4.0) geringfügig schlechter ab, als die Landesregierungen (Note 3.6). Besonders auffällig ist, dass die neuen Bundesländer Ihre Landesregierungen deutlich besser benoten als die Bundesregierung. 

Sowohl in Bayern (Bundesregierung: 4.0 – Landesregierung: 3,5) als auch in Hessen (Bundesregierung: 4,2 – Landesregierung: 4,0) schnitt die Landesregierung besser ab. Mit diesen Werten Schnitt Hessen am schlechtesten aller Westdeutschen Landesregierungen ab. 

Im Hinblick auf die Bundestagswahl würde sich der Bundestag fundamental zum realen Ergebnis unterscheiden. Die großen Gewinner sind die FDP (38%) und die Grünen (22%), welche zusammen auf 60% der Wählerstimmen kommen. Das Anfangs geplante Jamaika-Bündnis hätte demnach 78% aller Stimmen. Ebenfalls wären statt sechs Parteien, nur noch fünf Parteien im Deutschen Bundestag, da die Alternative für Deutschland an der 5% Hürde gescheitert wäre. Die Beliebtheit der Jamaika Parteien, lässt sich auf einzelne Personen herunterrechnen, besonders im Fall der FDP. Bei der Einschätzung zur Gründerkompetenz der Parteivorsitzenden schnitten Christian Lindner (59,2%), Robert Habeck (7,6%) und Angela Merkel (5,2%) am besten ab. Etwas Erschreckend: 22,8% der Gründer/innen trauem keinem der Parteivorsitzenden Gründerkompetenz zu.

Es wurden auch Maßnahmen skizziert, wie der Gründerstandort Deutschland attraktiver werden kann. Dazu gehört der Abbau der Bürokratie. Die drei wichtigsten Maßnahmen seien ein Bürokratiefreies erstes Jahr, eine Vereinfachung der Buchhaltung und der Einrichtung von One-Stop-Shops. Eine weitere wichtige Veränderung zielt auf den Lehrplan von Schulen und Universitäten. Sowohl  Schüler, als auch Studenten im MINT-Bereich sollen an das Thema Entrepreneurship herangeführt werden (Hier Klicken zum Online-Kurs Entrepreneurship). Aber auch das Thema Einwanderung beschäftigt Gründer/innen, so wünschen sich 20.2% eine Etablierung eines Fachkräftezuwanderungsgesetzes. 

Stimmen aus der Politik:


Was sind für euch wichtige Maßnahmen, um den Gründungsstandort Deutschland zu stärken?

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